Marion und Atesch (2006 im TH verstorben)

Zu Hause gefunden

Liebe Tierfreunde und Kolumnenleser,

eigentlich müsste ja mein Frauchen hier sitzen und schreiben, aber heute habe ich die Tasten unter meine Pfoten genommen. Frauchen meint, sie bekommt das Schreiben momentan nicht gebacken (sie hat deswegen schon ein ganz schlechtes Gewissen).

Sicher wird sich jetzt so manch einer von Ihnen fragen, wieso „mein Frauchen“?

Ja, stellen Sie sich vor, fast ein ganzes Jahr ist sie mit mir jeden Tag Gassi gegangen, bis sie endlich kapiert hat, dass ich „ihr Hund“ bin.

Vielleicht erinnern Sie sich …

In Ihrer allerersten Kolumne hat mein Frauchen geschrieben, dass sie schon als Kind sehr gern einen Hund haben wollte. Nun, nach vielen, vielen Jahren, hat sie sich diesen Wunsch endlich erfüllt. Bis zum Rentenalter wollte sie dann doch nicht mehr warten. Es war zwar nicht ganz einfach, denn da gibt es ja noch einen „Menschenpartner“, der damit auch einverstanden sein musste. Aber ich glaube, mittlerweile hat er mich auch in sein Herz geschlossen, obwohl ich ihm gegenüber manchmal noch etwas „rebellisch“ bin. Ich muss nämlich auch noch lernen, dass mein Frauchen nicht nur mir gehört und ich es auch nicht beschützen muss.

Extra für mich geht mein Frauchen nun nur noch 6 Stunden arbeiten. In dieser Zeit warte ich ganz brav auf sie und wenn sie dann kurz vor 15:00 Uhr wieder nach Hause kommt, machen wir gleich einen ausgiebigen Spaziergang.

Die Hundeschule besuchen wir auch, bzw. der Hundetrainer kommt sogar zu uns nach Hause und wir gehen hier in Bruchköbel auf unseren gewohnten Wegen spazieren und üben viele wichtige Dinge, die man so als Hund und Herrchen bzw. Frauchen wissen und können muss. Meine Leute und der Hundetrainer sind ganz stolz auf mich, weil ich alles ziemlich schnell kapiere, nur manchmal kommt mein Dickkopf durch, dann höre ich erst beim zweiten oder dritten Mal, wenn sie mich rufen. Aber das wird auch noch, da sind sie sich sicher.

Einen Nachteil hat das Ganze jedoch – mein Frauchen schafft es jetzt nicht mehr, jeden Tag ins Tierheim zu fahren und mit einigen meiner Kumpels Gassi zu gehen. Es sind leider noch ganz viele dort – ich glaube viel mehr als Gassigeher.

Ich drücke allen die Pfoten, dass sie vielleicht auch bald das Glück haben und ein neues Zuhause finden.

So, nun muss ich wieder ein kleines Nickerchen machen.

In diesem Sinne – wuff und tierische Grüße

Euer Rusty


Mein Frauchen erreichen Sie per E-Mail unter: Tierheimkolumne@aol.com