Marion und Atesch (2006 im TH verstorben)

Hallo Leute,

mein Frauchen hat ja keine Zeit, aber ich wollte Euch doch mal wieder was berichten – wir waren nämlich im Urlaub. Zwei Wochen Urlaub mit Herrchen und Frauchen, ich sag Euch, das war toll.

Wir waren im Waldpark am Roofensee in Stechlin/Menz. Das liegt im Rheinsberger Seengebiet, im Ruppiner Land, nördlich von Berlin. Anfangs war Frauchen ja etwas skeptisch, denn auf der Internetseite sah das alles ziemlich einsam aus, mitten in der Natur liegend, jede Menge Wald und viele Seen. Aber schon jetzt, paar Tage nachdem wir wieder zu Hause sind, jammert sie rum, wie herrlich es dort war. Ganz viel Natur und noch viel mehr Ruhe, so richtig zum Abhängen.

Ich fand es aber auch ganz toll dort. Wir hatten ein Blockhaus mitten in einer Ferienhausanlage gemietet. Rings herum nur Wald, Wiese, Wasser und kaum andere Leute (außer am Wochenende). Am ersten Tag hatten mich meine Leute an die 20-Meter-Leine gelegt. Die hatten doch tatsächlich Angst, ich könnte abhauen. Aber ab dem zweiten Tag haben sie mir vertraut und waren sich sicher, dass ich da bleibe. Bin ich auch, denn ich hatte ja alles, was Hund braucht. Eine große Wiese, Bäume zum Markieren, Schatten zum Dösen und ein Haus zum Bewachen. Frauchen hatte alle meine Lieblingsspielsachen mitgenommen, also – Langeweile hatte ich nicht.

Wir waren jeden Tage unterwegs. Jedes Städtchen, das wir uns angeschaut haben, hatte einen See. Und ich habe sie alle getestet. In Rheinsberg war ich im Grienerick- und Rheinsberger See, in Neuglobsow im Stechlinsee, in Lindow im Wutzsee, in Neuruppin im Ruppinersee, in Fürstenberg im Schwedtsee und stellt Euch vor, in Meseberg war ich sozusagen im See der Kanzlerin, im Huwenowsee. Ich hab sogar an den Zaun ihres Schlosses gepieselt. Ja und natürlich zu meinen Pfoten, direkt vor unserer Haustür, lag der Roofensee. Da bin ich jeden Morgen bei unserer Gassirunde rein und hab mich für den Tag frisch gemacht. Frauchen fand das so herrlich, morgens früh kurz nach sieben Uhr, alles war so schön ruhig. Man hat nur die Vögel zwitschern, die Bäume rauschen und die Wellen des Roofensees plätschern hören.

Manchmal hat mich Herrchen zum Joggen mitgenommen, da hab ich natürlich auch jede Gelegenheit genutzt und bin in den See gehüpft. Es war zwar angenehm schattig, wenn wir rund um den See gelaufen sind, aber eine kleine Abkühlung zwischendurch musste einfach sein. Die letzten Tage hatte ich aber dann keine richtige Lust mehr zum Joggen, bin ich einfach umgedreht und wieder zurück zum Haus. Herrchen hat einen ganz schönen Schrecken bekommen, als er sich nach mir umdrehte und nur noch mein Hinterteil in der Ferne gesehen hat. Da blieb ihm weiter nichts übrig, als auch schnell umzukehren, er wollte halt sicher sein, dass ich heil ankomme.

Einmal hab ich auf dem Weg nach Hause in unserer Anlage im Gebüsch einen Fußball gefunden. Pech für die Besitzer, der gehört jetzt mir. Was lassen sie den auch liegen und reisen einfach ab. Herrchen und Frauchen haben festgestellt, in mir steckt ein Fußballer.

Wenn wir dann nach unseren Unternehmungen wieder zu Hause waren, hab ich meist im Schatten auf der Wiese gelegen, oder ich hab mir eine Kuhle im Sand gebuddelt. Wenns mir doch mal zu warm war, bin ich ins Haus, da war es schön kühl – und ich habe heimlich, bis sie mich mal erwischt haben, die Sofas getestet. Manchmal hat mich Frauchen gesucht, aber da war ich immer nur rund ums Haus und vorn am Eingang auf Patrouille und hab nachgeschaut, ob alles in Ordnung ist.

Also, was will ich Euch (und vielen anderen, die anderer Meinung sind) damit sagen, auch MIT Hund kann man einen herrlichen und unternehmungsreichen Urlaub verbringen.

So, jetzt muss ich wieder etwas dösen und von unserem Urlaub träumen, der war einfach zu schön ...

Vielleicht bis demnächst mal wieder- Euer Rusty