20. Pascha

Liebe Tierfreunde und die, die es inzwischen vielleicht geworden sind  …

... da bin ich wieder.

Diesmal hat es ein wenig länger gedauert, um ein passendes Thema für diese Kolumne zu finden. Aber wie es manchmal so ist, heute morgen, kurz nach dem Frühstück kam sie … die Idee, der Stoff für meine Kolumne. Wie sagt ein altes Sprichwort: „Warum in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah.“

Ich habe das „Thema“ fast jeden Tag vor Augen – Pascha. Er soll heute der Mittelpunkt meiner Kolumne sein. Warum er? Weil er wie all die anderen Insassen unseres Tierheimes unser Interesse verdient hat.

Kurz zu seiner Vorgeschichte. Pascha (heute 12 Jahre alt) wurde abgegeben und ist nun schon seit mehr als 5 Jahren bei uns im Tierheim. Ich kenne ihn jetzt seit etwas über einem Jahr „persönlich“, d. h., gesehen habe ich ihn natürlich schon immer vorher. Mit ihm Gassi zu gehen hatte ich jedoch nie in Erwägung gezogen – ich habe mich ehrlich gesagt nie getraut. Jetzt ist er seit über einem Jahr immer am Wochenende der Hund, zu dem es mich ins Tierheim zieht. Er hatte und hat auch noch heute „seinen“ Gassigänger, der (ich glaube) jeden Tag, bei jedem Wetter, mit ihm regelmäßig unterwegs ist (ich denke den Namen des Gassigängers muss ich nicht nennen – jeder kennt ihn ;-))

Und so fing es mit Pascha und mir an …

Eines Tages wurde ich gefragt, ob ich nicht noch schnell mit Pascha gehen könnte. Man sagte mir, dass er ein ganz ruhiger Geselle sei und unterwegs viele „Hundezeitungen“ liest. Ich solle jedoch aufpassen bei Fahrradfahrern und Joggern, die mag er überhaupt nicht. Also machten wir uns auf den Weg. Dabei stellte ich bald fest, wie aus einem gemütlich dahin schnuppernden Hund, ganz schnell ein sehr aufgebrachter und auch kraftvoller Hund werden kann. Es ist aber nie etwas passiert, denn wenn man die „Macken“ des jeweiligen Hundes kennt, kann man sich rechtzeitig darauf einstellen.

Irgendwann packte mich der „Ehrgeiz“. Ich überlegte mir, ob man diese „Probleme“ nicht irgendwie abbauen könnte. So fing ich an, Pascha direkt vor mir Sitz machen zu lassen, wenn ich schon in der Ferne einen Fahrradfahrer oder Jogger zu Gesicht bekam (was nicht immer gelang – da Pascha diese oft schon viel eher „roch“ als ich sie sah). Da Pascha Leckerlis super toll findet, hatte ich oft Erfolg. Jetzt kann ich sagen, dass unser gemeinsames Gassigehen von Mal zu Mal entspannter geworden wird, denn es klappt immer besser. Manchmal muss ich schmunzeln, wenn Pascha einfach stehen bleibt, nicht aufbrausend bellt, dem Fahrradfahrer ganz gelassen entgegen sieht und anschließend mich anschaut. Man könnte meinen, er will dann sagen: „Na was ist, bekomme ich nun ein Leckerli, ich mach doch gar nichts – bin ganz lieb“. Dann lobe ich ihn immer ganz doll und natürlich bekommt er sein Leckerli. Ich bin stolz auf Pascha. Und es hat sich mal wieder bewiesen, auch ein alter Hund kann noch lernen. Es ist eben wie bei uns Menschen – man lernt nie aus!

Herzliche Grüße Ihre Tierfreundin

Marion Hame

 

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