3. Pro und Contra
Liebe Tierfreunde und die, die es vielleicht noch werden
wollen
Inzwischen schreibe ich die dritte Kolumne und hoffe natürlich, mit diesen kleinen Beiträgen Ihr Interesse zu wecken, Sie neugierig zu machen und zu informieren über unser Tierheim und die dort lebenden Tiere.
Leben erhalten - Leben nehmen es beenden. Auch solche Situationen erlebt man im Tierheim. Auch Tierfreunde werden damit konfrontiert, Entscheidungen über Leben und Tod zu treffen, zu wissen, wann man eingreifen und sich gegen das Leben entscheiden muss. Es liegt bei uns Menschen! Und wir müssen uns immer wieder mit dem Tier auseinandersetzten, müssen unsere eigenen Dinge zurückstellen, um hoffentlich klar zu erkennen, ob dem Tier mit unserer Entscheidung geholfen ist, in Würde zu leben oder zu sterben.
Pro
Vor einigen Wochen kamen 6 Dackel-Mix-Welpen im Tierheim zur Welt. Ihre Mama hat, nachdem man sie hoch tragend ausgesetzt hatte, eine intensive, kurze Zeit im Tierheim gelebt, nun wieder ein neues schönes Zuhause gefunden. Joy war eine vorbildliche Mutter. Es war ein eher seltenes Ereignis, die Aufzucht von Hundewelpen im Tierheim mitzubekommen. Und so haben wir oft gestaunt, mit welcher Hingabe diese kleine tüchtige Hundemutter ihre Welpen betreute. Jetzt ist das Personal gefragt, den 6 Rackern so viel verschiedene Untergründe unter die Pfoten zu geben, sie in möglichst neue Situationen zu bringen, die sie ohne Angst erleben können, so dass aus den Kleinen bald sichere Große werden. Sicher werden diese kleinen, niedlichen Hundekinder schnell Menschen finden, die sich hoffentlich ihrer Verantwortung bewusst sind. Wir sind betrübt darüber, dass es Menschen gibt, die ein Tier in dieser Situation aussetzen und wünschen uns, dass die Menschen wenigstens den Mut und das Verantwortungsgefühl haben, das Tier zu uns zu bringen
Contra
Aron ist nicht mehr da Wir mussten uns von ihm verabschieden. Wer ihn kannte, wusste, dass sein Hundeleben nicht immer auf der "so genannten Sonnenseite" verlief. Viele können sich sicherlich noch erinnern, auch ihn hatte man im vergangenen Jahr, völlig ausgetrocknet, angebunden an einem Baum, im Wald ausgesetzt, aber noch rechtzeitig gefunden. Wahrscheinlich war Aron seinem Besitzer lästig geworden, weil er an einem alten, nicht behandelten Bandscheibenvorfall litt und sich daher kaum auf den Hinterpfoten halten konnte. Im Tierheim gab man ihm Pflege, Geborgenheit, ärztliche und physiotherapeutische Behandlung und viel Liebe. Ich glaube, man kann sagen, er hatte trotz seiner Behinderung in dem zurückliegenden Jahr noch ein schönes Hundeleben.
Es kam jedoch jener Tag, wo es galt die Entscheidung zu treffen und sein Leben würdig und tiergerecht zu beenden. Wir hoffen, ihm eine letzte schöne Zeit bereitet zu haben und sind traurig, dass seine Gesundheit ihn so stark beeinträchtigte, um länger bei uns zu bleiben.
Ihre Tierfreundin
Marion Hame