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"Tierschutz
ist Erziehung zur Menschlichkeit"
(Albert Schweitzer)
Unsere Mitbewohner, die Stadttauben, müssen viele Verleumdungen
über sich ergehen lassen. Sie werden als "Schädlinge",
"Salmonellenbomber" oder "Ratten der Lüfte" abgestempelt
- verjagt, getötet oder ausgehungert. Mensch und Taube haben eine
Jahrtausend alte gemeinsame Geschichte und gehörten einst zu unseren
Lieblingen wie Hunde und Katzen. Kein anderes Lebewesen ist so symbolträchtig
wie die Taube. Die anmutigen Vögel gelten weltweit als Symbole für
Sanftmut, Schönheit, Treue, der geistigen und erotischen Liebe und
der Reinheit. Im frühen Christentum verkörpert sie die Seele
der Verstorbenen, später wurde sie zum Zeichen des Heiligen Geistes.
1949 kündigte Pablo Picassos Lithographie "Die Taube" die
Pariser Weltfriedenskonferenz an. Die Friedenstaube wurde weltweit anerkanntes
Symbol für den Frieden und um seine Bemühung. Seine Tochter
nannte er aus Liebe zu den Tauben "Paloma".
Auch in Märchen und der Mythologie spielten sie eine große
Rolle. Sie war Tempel- und Opfertier gleichzeitig, wurde als Götterbote
in Vogelgestalt verehrt. Es wurden Gedichte über sie geschrieben,
sie wurde in Liedern besungen und auch gemalt - in Stein gemeißelt,
auf Goldmünzen geprägt, auf unzähligen Briefmarken, Ansichtskarten
und Glückwunschkarten verewigt.
Heute jedoch fühlen sich viele Menschen durch futtersuchende Tiere
belästigt oder gesundheitlich gefährdet, ihr Gegurre und Geflattere
wird oft als Lärmbelästigung empfunden. Kranke und verletzte
Tiere im Stadtbild rufen Abscheu statt Hilfe hervor.
Etwas mehr Menschlichkeit im Umgang mit den friedlichen und zutraulichen
Lebewesen wäre gefragt. Stadttauben führen Tag für Tag
einen Kampf ums Überleben.
Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung sind Stadttauben keine
Wild-, sondern Haustiere, die den Anforderungen
der freien Wildbahn nicht mehr in vollem Umfang entsprechen. Stadttauben
sind keine eigene Spezies. "Stadttauben sind entflogene Haus- oder
Rassetauben und ausgebliebene Brieftauben sowie deren Nachkommen"
(Tierärztliche Hochschule Hannover 1995/96). "Den stärksten
Anteil am Zuflug zu den vorhandenen Stadttaubenschwärmen haben heute
verirrte und erschöpfte Brieftauben. Dies ist allein schon in der
großen Zahl, aber auch der Streuung der verflogenen Tiere begründet."
(Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg 1995).
Wie
überall, wo der Mensch in die Natur eingreift, hinterläßt
er Chaos.
Der Mensch hat die Stammform, die Felsentaube (columba livia), vor Jahrtausenden
der Natur entnommen und für seine Bedürfnisse zurecht gezüchtet
(domestiziert), wozu auch eine besonders ausgeprägte Fortpflanzungsfähigkeit
gehört. Jahrtausende lang wurden Tauben als "Nutz"-Tiere
gehalten (u.a. als hochwertiger Dünger- und Fleischlieferant), aufgrund
der Ortstreue und des ausgeprägten Orientierungssinnes seit der Antike
als Boten hochgeschätzt. Die Römer hielten sie in riesigen Columbarien
mit bis zu 50'000 Tieren. Als Sinnbild der Herrschaft wurden während
der Französischen Revolution Tausende von Taubenhäusern und
-türmen zerstört. Im Krieg wurden sie, mit Minikameras ausgerüstet,
als Spione im feindlichen Gebiet eingesetzt.
Seit ihrer Domestikation befreiten sich immer wieder Tauben aus der Obhut
des Menschen. Entflogene, erschöpfte, verirrte und ausgesetzte Tiere
(z.B. Schließen von Taubenschlägen) siedelten sich in Städten
an. Die Anpassungsfähigkeit der sehr intelligenten Tiere an noch
so schlechte Lebensbedingungen haben die Populationen überleben lassen.
Die Stadt ist zum Lebensraum für die Tauben geworden, da sie, genetisch
bedingt, auf felsenartige Örtlichkeiten angewiesen sind. Sie sind
"Gefangene" der Stadt und regelrecht verdammt dazu mit uns zu
leben.
Wo also immer ein Problem mit Stadttauben
entsteht, ist es von Menschen verursacht und darf nicht zu Lasten der
Tiere gelöst werden.
Der Mythos von den Krankheiten
Durch unsachliche, aufhetzende Berichte in den Medien werden Tauben leider
immer wieder in völlig überzogener Darstellung als Krankheitsüberträger
und Gebäudezerstörer bezeichnet und verstärken ihr Negativ-Image.
Zusätzlich werden durch regelrechte Hetzkampagnen gewisser Interessengruppen
Ängste und Aggressionen bei der Bevölkerung geschürt.
Grundsätzlich können alle Lebewesen Krankheiten übertragen.
Das Risiko einer Ansteckung für den Menschen ist jedoch unter anderem
stark abhängig von der Intensität des Kontaktes zu den Tauben,
ihrem Kot und Staub. Die im Taubenkot nachgewiesenen Salmonellen-Erreger
beispielsweise sind rein tierartspezifisch und auf den Menschen so gut
wie nicht übertragbar.
Nach einer Aussage des Berliner Senators für Gesundheit und Umweltschutz
im Jahre 1976 gehören verwilderte Haustauben nicht zu den Tieren,
die entsprechend ihrer Art, Lebensweise und Verbreitung dazu neigen Krankheitserreger
auf den Menschen zu übertragen.
In einer Stellungnahme des ehemaligen Präsidenten des Bundesgesundheitsamtes,
Prof. Dr. Dr. Großklaus von 1989 heißt es: "Eine gesundheitliche
Gefährdung durch Tauben ist nicht größer als die durch
Zier- und Wildvögel sowie durch Nutz- und Liebhabertiere". Diese
Aussage wurde 1999 durch das heutige Bundesinstitut für gesundheitlichen
Verbraucherschutz und Veterinärmedizin in Berlin bestätigt.
Die Einstufung der Taube als "Schädling" (Bundesseuchengesetz
1966) wurde bereits 1989 aufgrund neuer Forschungsergebnisse zurückgenommen.
Stadttauben als Gebäudezerstörer
Sicher
sind die Hinterlassenschaften der Taube keine Augenweide und der Ärger
über verkotete Gebäude ist verständlich. Taubenkot wird
verstärkt zum ästhetischen Problem, wenn den Tauben die artgerechte
Nahrung entzogen wird, wodurch sie erkranken und dann durchfallähnlichen
Kot absetzen. Der Kot einer gesunden Taube ist von fester Substanz.
Nach wissenschaftlichen Gutachten beträgt die Beeinträchtigung
durch Taubenkot nur 0,5 % der Gebäudezerstörung. 99,5 % der
Schäden sind auf Aktivitäten der Menschen (u.a. Auto- und Industrieabgase)
und natürliche Verwitterung zurückzuführen.
Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege stellte hierzu fest: Weitaus
gravierender sind die "indirekten Schädigungen". Aufgeführt
werden Schäden, die durch die Taubenabwehr entstehen, so zum Beispiel
durch "Bohrungen für Taubenstifte, Taubennetze etc.", die
Dauerschäden hinterlassen oder durch Reinigung mit "aggressiven
Methoden", um der "Geruchsbelästigung" vorzubeugen.
"Taubenkot
ist ein ästhetisches und hygienisches Problem. Durch Taubenkot können
Verunreinigungen u.a. von Gehwegen, Straßen und Gebäuden entstehen.
Entgegen der weit verbreiteten Annahme wirkt er nicht zersetzend auf Bausubstanzen
wie Beton, Sandstein, Klinker, Ziegel oder Nadelholz. Der PH-Wert bewegt
sich im schwach sauren Bereich". (Technische Universität Darmstadt,
Institut für Massivbau, Prüfungsbericht Nr. 195.04 vom 26.08.2004:
Einfluss von Taubenkot auf die Oberfläche von Baustoffen.)
Anläßlich eines Ermittlungsverfahrens von 1987 gegen einen
mutmaßlichen Taubenvergifter äußerte sich die Offenburger
Staatsanwaltschaft: "Mit den unangenehmen Folgen des Taubenkots muß
eine Gesellschaft, die ihrerseits Natur, Umwelt und Gesundheit in einem
unvergleichlich höheren Maße gefährdet und zerstört,
leben können."
"Was die Tauben in 5000 Jahren nicht
geschaffen haben, schafft der Mensch in wenigen Jahrzehnten und schämt
sich nicht, dafür die Tauben verantwortlich zu machen und sie umzubringen!"
(Sonja Roster, Autorin).
Fütterungsverbote
Der Ornithologe Prof. Dr. Jürgen Nicolai, ehemals wissenschaftlicher
Direktor des Instituts für Vogelforschung, rechnet totale Fütterungsverbote
für Stadttauben den Tötungsmethoden zu. Weil sie Tiere dem langsamen
Hungertod ausliefern, stellen sie als Tierquälerei einen Verstoß
gegen das Tierschutzgesetz dar:
"Durch
die Jahrhunderte lange Bindung an den Menschen und seine Städte sind
Stadttauben in ihrem Nahrungserwerb völlig auf den Menschen angewiesen".
Ein Vertreibungseffekt in die freie Landschaft ist durch Fütterungsverbote
nicht zu erzielen, da Stadttauben aufgrund ihrer Standorttreue, ihres
eingeschränkten Aktionsradius von wenigen 100 Metern, sowie ihrer
genetischen Veranlagung nicht in der Lage sind, außerhalb der Städte
zu leben.
Die Natur hält für die Stadttauben in der Stadt so gut wie kein
Futterangebot bereit, schon gar nicht im Winter. Eine Verringerung des
Nahrungsangebotes führt vielmehr dazu, dass die Stadttauben sich
in der Nähe von Essensresten und Abfällen konzentrieren, also
in den Innenstädten. Fütterungsverbote richten sich ausschließlich
gegen das Füttern von Tauben. Die stark zunehmende, immer mehr Abfälle
produzierende Freiluftgastronomie und der auf der Straße essende
Mensch bleibt davon jedoch unberührt. Tauben finden den noch kleinsten
Krümel, der auf den Boden fällt.
Außerdem führen die mit den Fütterungsverboten bei den
Tauben eintretenden Mangelerscheinungen dazu, dass die Tauben flüssigeren
Kot ausscheiden, der zu größeren Verschmutzungen führt,
als der Kot artgerecht gefütterter Tauben. Eine artgerecht gefütterte
Taube hat eine gesunde Immunabwehr.
Artgerechtes
Futter für Tauben besteht aus Körnern und Sämereien. Ursprünglich
suchten sie sich während der Vegetationsperiode ihr Futter auf den
Feldern. Es gehörte auch zum guten Ton der Menschen sie, u.a. vor
dem Kirchgang, zu füttern. So lassen sich auch heute noch in der
"Taubenstadt" Venedig zahlreiche Touristen mit Vorliebe beim
Füttern dieser Tiere für das Fotoalbum ablichten. Heute betätigen
sie sich in den meisten Städten als "2. Müllabfuhr"
weil der Hunger sie dazu treibt von achtlos weggeworfenen Nahrungsmitteln
unserer Wohlstandsgesellschaft zu leben. Nicht selten werden Tauben bei
waghalsigen Futtersuchaktionen auf der Strasse über- oder angefahren.
Nahrungsabfälle des Menschen können nicht als tierschutzgerecht
angesehen werden, dadurch werden die Tauben krank und können bei
Überpopulation auch Erreger über ihren Kot verbreiten.
Als durch Zucht genetisch veränderte
Haustiere vermehren sich Stadttauben - im Gegensatz zu Wildtauben
(Ringeltauben, Türkentauben, Hohltauben, Turteltauben) - ganzjährig
(3-7 Bruten pro Jahr). Selbst ausgemergelte und hungernde Tauben brüten,
sind aber nicht in der Lage, ihre Nestlinge ausreichend zu versorgen.
Die Folge sind Krankheit, Parasitenbefall und Hungertod. Der Zusammenhang
von hohem Nahrungsangebot und erhöhter Vermehrung, der von Verwaltungen
auch immer wieder als ein Grund für absolute Fütterungsverbote
angeben wird, gilt für Wildtiere. Diese können ihren Nachwuchs
nach Nahrungsangebot steuern - Stadttauben, als verwilderte Haustiere,
nicht. Sie brüten unabhängig von Jahreszeit und Nahrungsangebot.
Ein Basler Tierversuch ergab sogar, daß hungernde Stadttauben mehr
brüten als ausreichend ernährte Stadttauben.
"Im Fortpflanzungsverhalten erweisen sich die Stadttauben
ebenfalls als Nachfahren von Haustauben; sie sind ganzjährig fortpflanzungsbereit,..."
(Wolf Herre, Manfred Röhrs: Haustiere - zoologisch gesehen, Gustav
Fischer Verlag, Stuttgart, 1990)
Tauben
überleben in unseren Städten unter diesen erbärmlichen
Nahrungsbedingungen selten länger als 2 Jahre - obgleich sie ein
Alter von 12 - 15 Jahren erreichen können. Stadttauben versuchen
Verluste (Sterblichkeitsrate bei Jungtieren bis zu 90 %) durch erhöhte
Produktion von Nachkommen zu kompensieren. Ein letztendlich sinnloser
und lebensverachtender Kreislauf von Vernichtung und Bestandserholung
entsteht.
Zugeflogene verirrte Brieftauben und "entlassene" Zucht/Rassetauben,
die gewohnt sind aus Menschenhand Futter zu bekommen, trifft bei einem
Fütterungsverbot ein besonderes hartes Schicksal.
Fütterungsverbote bewirken auch, dass den Tauben aktiv in schlimmster
Weise nachgestellt wird (absichtlich überfahren, totgetreten, lebendig
eingesperrt oder vergiftet). Fütterer werden beschimpft, bespitzelt,
beleidigt und denunziert.
Vergrämungsmaßnahmen
Taubenabwehren wie Spikes, Dornen, Klebepasten, Glasscherben, Stromdrähte,
Netze und Spanndrähte, sollen Tauben am Absitzen, Ruhen oder Nisten
hindern.
Es ist verständlich, daß Besitzer ihre Gebäude vor Taubenkot
schützen wollen. Hierdurch werden aber die Tiere immer wieder gezwungen
auf Nachbarstandorte überzugehen um dort im Dichtestress zu brüten,
was auch zu einer verstärkten Kotbelastung führt. Da geeignete
Nist- und Ruheplätze in der Stadt immer weniger werden, bleibt den
Tauben oft keine andere Wahl, als auch in oder nahe von Vergrämungsmaßnahmen
zu brüten und zu ruhen. Besonders ungeübte Jungtauben ziehen
sich durch messerscharfe Abwehrvorrichtungen schwerste Verletzungen und
Verstümmelungen zu. Mit tiefen Löchern im Leib, auf dem Bauch
kriechend oder hinkend mit nur einem Beinstumpf muß die Taube in
ihrem täglichen Überlebenskampf auf Futtersuche gehen. Im Winter
wirkt Streusalz schon bei kleinsten Entzündungen wie Salzsäure.
Auch haben sie gegenüber ihren Artgenossen bei der Futtersuche so
gut wie keine Chance mehr, sie verhungern elend.
Kostenintensive
Vergrämungsmaßnahmen sind keine Lösung - sondern nur eine
Verlagerung des Problems.
Weiterhin werden unachtsam "entsorgte" Verpackungsmaterialen,
wie Klebebänder oder (Nylon)schnüre, nicht selten zu Todesfallen
(Abschnürung und Abtrennung von Gliedmaßen, Bewegungsunfähigkeit
durch "Fußfesseln").
Statt kostenintensiven Gebäudereinigungen und Taubenabwehrsystemen
sollten Städte, Geschäftsleute und Hauseigentümer sich
lieber für die Einrichtung von betreuten Taubenschlägen einsetzen.
Da Tauben sehr standorttreue Tiere sind, werden sie die meiste Zeit in
ihrem Schlag verbringen, wo sie auch den größten Teil ihres
Kots absetzen . Wege, Gebäude, Markisen, Innenhöfe oder Balkone
werden weit weniger verschmutzt und so hohe Reinigungs- und Sanierungskosten
gespart.
Tötungsmaßnahmen
Bei Maßnahmen gegen Stadttauben ist es nach § 1 TierSchG verboten,
einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden
zuzufügen. Die Tötung eines Wirbeltiers ohne vernünftigen
Grund stellt einen Straftatbestand nach § 17 Nr. 1 TierSchG dar.
Leider versuchen noch immer Kommunen die Tiere durch Massentötungen
zu reduzieren oder gar gänzlich auszurotten. Hierbei werden die Tauben
vergiftet (Blausäure oder Alpha-Chloralose), abgeschossen, ausgehungert
oder eingefangen. Das Einfangen (mit "fachgerechter" Tötung
durch Spritze, Köpfung, Kopfabriss oder Genickbruch - und anschließender
Verfütterung an Wildtiere in Zoos oder Wildparks) geschieht mit Netzen
oder Käfigen (beispielsweise auf hohen Flachdächern), wo die
Tiere mit Futter angelockt werden. Die Bevölkerung bekommt hiervon
meist gar nichts mit.
Zu den Folgen dieser Tötungsmethoden gehört auch, dass elternlose,
unselbständige Jungtiere verhungern oder erfrieren. Schon wenn ein
Elternteil stirbt, haben Jungtiere keine Chance zu überleben, da
für die Brutpflege beide Elternteile unentbehrlich sind. Sie können
dann als verwesende Tierleichen tatsächlich eine potentielle Gesundheitsgefährdung
darstellen (zudem Abwandern von Parasiten, Geruchsbelästigung). Dies
wird jedoch von den Verantwortlichen in Kauf genommen.
Tötungsmaßnahmen sind unwirksam und unter
Tierschutzgesichtspunkten abzulehnen:
Bis heute ist keine Stadt bekannt die vorweisen kann, dass eine größere
Taubenpopulation durch Tötung nachhaltig reduziert werden konnte.
Nachweislich verringern Tötungsaktionen die Taubenpopulationen immer
nur vorübergehend. Nach wenigen Wochen ist der frühere Bestand
durch sogenannte "Notpopulation" der Übriggebliebenen wieder
erreicht (Verjüngung der Population, die dann wiederum verstärkt
fortpflanzungsfähig sind) oder hat sich gar noch vergrößert.
Verwaiste Brut- und Schlafplätze werden von "frischen"
zugeflogenen Tauben wieder neu besetzt.
Märchenhaftes Hanau?
Geschwächte,
abgemagerte, zum Teil mit verletzten und verkrüppelten Beinen, ständig
nach Futter suchende Tiere, sowie mit unzähligen, unschönen
Stachel-Taubenabwehren gespickte Fenstersimse, Leuchtreklamen, Häusern
und Straßenlaternen in der Innenstadt, prägen das Stadtbild.
Bedingt durch das Fütterungsverbot ernähren sich die Tauben
in Hanau meist von Essensresten der Menschen, die u.a. vor Bäckereien
oder Imbissbuden anfallen. Auf der mühsamen Futtersuche durch die
Innenstadt werden die Tiere beschimpft, gejagt oder gar getreten. Auch
kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Menschen, die die Tauben
als Bereicherung ihres Lebensraumes empfinden und den Taubenhassern.
Ein harmonisches Miteinander ist möglich
Stadttauben - Ein Problem und eine Lösung
Da
im Kampf gegen die "Taubenplage" Tötungsaktionen und Taubenpille
erfolglos blieben, setzen immer mehr Kommunen auf sogenanntes "betreutes
Wohnen" und Konsens mit Tierschützern.
Erfolgreich und tierschutzkonform ist das von der Bundesarbeitsgruppe
Stadttauben (BAG) erarbeitete und auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen
und praktischen Erfahrungen basierende "Konzept zur tierschutzgerechten
Regulierung der Stadttaubenpopulation". Mehrere Städte - wie
Augsburg, Aachen, Pforzheim, Schorndorf, Tübingen, Erlangen oder
Esslingen - haben es bereits erfolgreich umgesetzt, weitere haben es in
Planung und wird auch von den zuständigen Ministerien der Bundesländer
Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen empfohlen.
Das Konzept sieht die Einrichtung von kontrollierten Fütterungsplätzen
sowie die Unterbringung der Tauben in Taubenschlägen oder -türmen
bei Versorgung mit artgerechtem Futter vor.
- Durch den Eieraustausch wird ein weiterer Taubenzuwachs zu fast 100
% verhindert (Bruterfolge sind ab und zu nötig).
- Durch artgerechte Fütterung, frischem und sauberen Wasser und
regelmäßiger Desinfektion der Schläge wird die Population
gesund erhalten. Die Futtersuche im Stadtgebiet wird eingeschränkt,
die Taubenansammlungen in hygienisch sensiblen Geschäftsbereichen
wird verringert.
- Die angebotenen Nist- und Schlafzellen sorgen für eine Entlastung
der Gebäude, an denen seither genächtigt und genistet wurde.
Der Taubenkot, der sonst ein Ärgernis für Hausbesitzer und
Mieter darstellt, wird in den Taubenschlägen gesammelt und regelmäßig
entsorgt. Das bedeutet eine erhebliche Reduzierung der Verschmutzung
von Fassaden.
Grundsätzlich bedarf die Umsetzung dieses Konzepts einer Zusammenarbeit
von Bürgern, Kommunen, Tierschutz und Medien.
Gerade
für die Märchenstadt Hanau als Geburtsort der Gebrüder
Grimm sollte es doch ein Bedürfnis sein Aschenputtels
Helfern ein artgerechtes Dasein zu gewähren.
Bitte unterstützen Sie uns bei der Stadtverwaltung um dieses tierschutzgerechte
Regulierungskonzept auch hier in Hanau umsetzen zu können.
Zum Wohle der Bürger und Mitbewohner Stadttaube - zur Erhaltung der
Lebensqualität unserer Stadt. Ein gesunder und in der Anzahl der
Tauben an die Städte angepasster Taubenschwarm gehört im Grunde
genommen in jedes Stadtbild.
Anbei als Beispiel das inzwischen landesweit bekannte und erfolgreiche
Esslinger Taubenprojekt als Download
(PDF 518 KB)
In Esslingen hat das Taubenprojekt sehr gute Resonanzen, wie ein
Presseartikel der Stuttgarter Zeitung v. 13.07.06 über die feierliche
Eröffnung des vierten stadteigenen Taubenschlags in Esslingen beweißt.
Positive Bilanzen zieht auch u.a. das Uniklinikum Göttingen (http://extratip-goettingen.de/lokales/taeuben-und-menschen-sind-begeistert.html)
www.karlsruhe.de/rathaus/buergerdienste/bus/businfo/4-stadttauben
Ein Blick nach Karlsruhe
http://tierrechte-wuerzburg.de/archiv.php?eintrag=16
Ein Blick nach Würzburg
www.tierschutz-wuelfrath.de/info.htm
Ein Blick nach Wülfrath
www.tvgac.de/stadttauben.php
und
http://www.lifepr.de/pressemeldungen/menschen-fuer-tierrechte-bundesverband-der-tierversuchsgegner-ev-/boxid-24926.html
Ein Blick nach Aachen - Tierversuchsgegner Aachen e.V.
http://tierrechte-wuerzburg.de/archiv.php?eintrag=16
Ein Blick nach Würzburg
www.stadttaubenkonzept.de/
Ein Blick nach Tübingen und Rottenburg
www.tvg-saar.de/modules.php?name=Sections&op=listarticles&secid=10#
Ein Blick nach Saarbrücken - Tierversuchsgegner Saar e.V.
www.stadttauben-nrw.de/
Stadttaubenprojekte in NRW
http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=3061006
http://www.az-badkreuznach.de/rhein-main/objekt.php3?artikel_id=3066173
Ein Blick nach Bad Kreuznach
http://www.duesseldorfer-stadttiere.de/Stadttauben-Projekte.html
Düsseldorfer Stadttiere e.V.
http://www.reutlingen.de/ceasy/modules/cms/main.php5?cPageId=2310&view=publish&item=article&id=345
Ein Blick nach Reutlingen
http://www.taubenturm-witten.de/Neue_Dateien/frameset.html
Ein Blick nach Witten
http://www.tierschutzverein-hagen.de/go/images/stories/zubehoer/Flyer_Taubeninfo.pdf
Informationsbroschüre Stadt Hagen
http://www.esslingen.de/servlet/PB/menu/1175217/1175217.html
Ein Blick nach Esslingen
http://www.kaiserslautern.de/rathaus/pressemitteilungen/02510/index.html?lang=de
Ein Blick nach Kaiserslautern
http://www.gwh.de/fileadmin/dateien/gwh_aktuell/presse/PM_Taubenschlag_Sauerland_17.07.2008.pdf
Ein Blick nach Wiesbaden – Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen
http://tierrechte.de/pdf/content/themen/stadttauben/konzept_a.pdf?PHPSESSID=da27e3675d301b1e4fa1ae56ea2b191
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Konzept der Bundesarbeitsgruppe Stadttauben - Fakten / Problemlösung / Projekte
 
 
 
 

Alle Bilder von Holger Gross wurden in Hanau gemacht!
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