| Ringeltaube
(Columba palumbus)
Die Ringeltaube
ist die größte einheimische Wildtaube (40 bis 42 cm, Spannweite
75 cm). Ihr deutlichstes Merkmal sind die weißen ringelförmigen
Halsflecken und die gelbrosa Schnabelwurzel (nur bei Alttieren). Auffällig
ist auch der lange Schwanz.
Ihr Lebensraum ist der Hochwald, besonders Waldränder - aber auch
Parks und Gärten.
Nahrung: überwiegend pflanzlich - Getreide
(Felder), Beeren, Eicheln, Samen, Pflanzenknospen.
Fortpflanzung: Zwischen April und Oktober
brüten die Partner gemeinsam zwei- bis dreimal jährlich je zwei
Eier aus, .die Brutzeit beträgt 16-17 Tage. Die Jungen werden wie
bei allen Tauben zunächst mit Kropfmilch, später mit vorverdauten
Körnern/Sämereien gefüttert.
Ihre
Nester (flache, lockere Reisigschalen) bauen sie in Bäumen, hohen
Sträuchern / Gebüschen - in manchen Städten auch auf Balkonen
(u.a. in Blumenkästen).
Im Winter kommen ihre skandinavischen Kollegen in großen Schwärmen
zum vorübergehenden Besuch.
Vor allem Rabenvögel, die es auf ihre Eier abgesehen haben, sorgen
für Verluste. Ringeltauben werden auch bejagt. In Deutschland werden
jährlich etwa 500 000 bis 700 000 Tiere geschossen.
Türkentaube (Streptopelia decaocto)
Die
Türkentaube ist 29 bis 33 cm lang, etwa so groß wie eine Stadttaube,
wirkt aber schlanker und zierlicher als sie. Auffälligstes Merkmal
ist das schmale, halbe schwarze Nackenband, das bei jungen Tauben erst
nicht und dann nur schwach ausgeprägt ist. Sie kam in der 30er/40er
Jahren aus Asien und breitete sich rasch in großen Teilen Europas
aus. Als Kulturfolger suchen sie die Nähe des Menschen und leben
auch fast ausschließlich in menschlichen Siedlungen - Dörfer
wie Großstädte.
Sie bauen ihr flaches, dürftiges Reisignest an / in Gebäuden
und auf Bäumen (vorzugsweise Nadelbäume).
Fortpflanzung: Hauptsächlich von März
- Oktober, 2-3 mal jährlich (auch bis zu 6 mal jährlich), je
zwei Eier, die Brutzeit beträgt 14 - 16 Tage (beide Partner brüten
und versorgen ihre Jungen abwechselnd). Türkentauben brüten
oft mehrmals hintereinander, da sie häufig hohe Verlustraten durch
natürliche Räuber (u.a. Dohle, Eichelhäher, Rabenkrähe,
Elster, Hauskatze, Marder oder Eichhörnchen) haben.
Nahrung: Körner, Sämereien und
Beeren, im Winter besuchen sie auch Futterhäusschen.
Der nicht sehr scheue Vogel wird auch bejagt.
Hohltaube (Columba oenas)
Hohltauben
(32-34 cm Größe, Flügelspannweite ca. 70 cm) werden dem
Aussehen nach oft mit manchen Stadttauben bzw. Haustauben verwechselt.
Sie sind einheitlich blaugrau, nur am Hals ein grünlich schillernder
Fleck, zwei kurze schwarze Binden im Flügel und auf der Brust eine
purpurfarbene Tönung.
Lebensraum: Laub-, Misch- und Kiefernwald, große Parks. Als ausgesprochener
Höhlenbrüter ist sie auf alte, morsche Bäume mit Höhlungen
angewiesen, die es aber als Folge intensiver Forstwirtschaft kaum noch
gibt. Die wohl dadurch selten gewordene Hohltaube brütet bevorzugt
in Schwarzspechthöhlen, aber auch in größeren Nistkästen
- die man ihr ersatzweise anbieten kann.
Fortpflanzung: Die Brutzeit ist von März
bis Oktober (2 - 3 Jahresbruten mit je 2 Eier möglich). Die Jungen
schlüpfen nach etwa 16 - 18 Tagen und sind nach 20 - 30 Tagen flügge.
Beide Elternteile brüten und versorgen ihre Jungen abwechselnd.
Nahrung: Die rein pflanzliche Nahrung besteht
aus Samen (von Kräutern, Nadelholz, Gräsern), Getreide, Eicheln,
Bucheckern, grünen Pflanzenteilen und Beeren.
Turteltaube (Streptopelia turtur)
Die
Turteltaube ist mit 26 bis 29 cm Größe die kleinste Wildtaube
Europas. Besondere Merkmale sind das schwarz / rötlich-braune geschuppte
Rückengefieder und der Schwanz mit der schwarzweißen Endbinde.
Fortpflanzung: Zwischen Mai und August beginnt
das Brutgeschäft. An ihrem Nistplatz verbringt das Turteltaubenpaar
viel Zeit mit dem sprichwörtlichen "Turteln" (gegenseitige,
intensive Gefiederpflege, ausgiebiges Schnäbeln und leises Gurren),
sie leben aber im allgemeinen monogam in Saisonehe. Das Gelege, auf einer
dürftigen Reisigunterlage, besteht aus 2 Eiern, Zweitbruten sind
üblich. Nach einer Brutdauer von 13-16 Tagen schlüpfen die Jungvögel,
die Nestlingszeit beträgt etwa 18-23 Tage. Wie bei allen anderen
Tauben auch wechseln sich beide Partner beim Brüten und Füttern
ab.
Nahrung: überwiegend pflanzlich, v.a.
aus Samen und Früchten. Gelegentlich nehmen sie als Beikost auch
kleine Schneckengehäuse, mit oder ohne Inhalt, auf.
In Südeuropa (u.a. Frankreich und Malta) und in ihren afrikanischen
Winterquartieren wird sie als begehrtes Wildbret intensiv bejagt. Ihr
Bestand gilt als rückläufig, da auch zunehmend durch die fortschreitende
Abholzung von Hecken und Feldgehölzen ihre bevorzugten Nistplätze
vernichtet werden.
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